| Der zweite Teil der Dendrologischen Übungen befaßt sich
mit der Bestimmung und dem Erkennen von Bäumen und Sträuchern
im Winterzustand.
Eine Vielzahl von Merkmalen ermöglicht es, Gehölze auch im blattlosen Zustand zu erkennen. Zunächst soll eine Auswahl von Bestimmungsmerkmalen kurz vorgestellt werden. |
| Dazu ist es zweckmäßig, sich den schematischen
Aufbau eines mehrjährigen Zweiges klar zu machen, denn manche Merkmale können nur an den "einjährigen" Teilen der Zweige beobachtet werden. |
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| Ein wichtiges Kriterium ist die Anordnung der Knospen am Zweig. Sie entspricht der Blattstellung, da die Knospen während der Vegetationsperiode in den Achseln der Blätter gebildet werden. Sie entspricht gleichzeitig der Anordnung der Seitenzweige, da aus den Knospen unter anderem die Seitentriebe hervorgehen. |
gegenständig,
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| Auch die Stellung der Knospen an den "einjährigen"
Teilen der Zweige ist für eine korrekte Bestimmung wichtig.
Deutlich gestielte Knospen sind relativ selten. Grauerle und Roterle sind Beispiele. Kurztriebe mit endständiger Knospe ähneln auf den ersten Blick gestielten Knospen. Ob eine Knospe vom Zweig absteht oder an
ihm anliegt, ist nicht immer eindeutig festzustellen.
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| Knospen treten bisweilen gehäuft auf, (z.B. ist dies bei manchen Blütenknospen der Fall). | ![]() |
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Bei einer Reihe von Arten stehen die Knospen
schief über den Blattnarben. Das ist z.B. bei den Ulmen der
Fall.
Auch die Blattnarben selbst sind als Bestimmungsmerkmal geeignet. Form, Größe und Zahl der Blattspurstränge sind sehr unterschiedlich. |
| Von Beiknospen spricht man, wenn zusätzlich zur "Hauptknospe" noch eine oder mehrere, meist kleinere, Knospen vorhanden sind. Seriale Beiknospen (z.B. bei Heckenkirschen) stehen über der Hauptknospe, kollaterale (z.B. bei Forsythie) neben derselben. | ![]() |
Wichtige Merkmale an den Zweigen sind z.B.:
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Wichtige Merkmale im Bereich der Knospen sind z.B.:
nackt (=ohne Knospenschuppen) |
Darüber hinaus gibt es sehr viele Merkmale, die im Einzelfall eine Bestimmung erleichtern oder das Erkennen leicht machen. Solche Merkmale sind:
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| Wenn es gelingt, die große Zahl der in Frage kommenden Arten (über 100) anhand von markanten Merkmalen in mehrere bis viele kleine Gruppen zu unterteilen, so lassen sich innerhalb dieser Gruppen die einzelnen Arten meist an 2 bis 3 weiteren Merkmalen unterscheiden. Welche "Hauptmerkmale" der Gruppenbildung zugrunde gelegt werden, ist Geschmackssache. |
Folgende Kombinationen von "Hauptmerkmalen" eignen sich recht gut zu diesem Zweck:
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Mit etwas Übung lassen sich alle Gehölze an einer Kombination
weniger Merkmale leicht erkennen.
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| Im Folgenden werden beispielhaft einige Gruppen von Gehölzen mit vergleichbaren Merkmalskombinationen vorgestellt | (die genannten Gehölzarten sind ebenfalls nur Beispiele für die jeweilige Gruppe) |
| Bäume mit ± roten Knospen | z.B. Silberahorn, Spitzahorn, Apfel, Winterlinde |
| Bäume mit gehäuften Knospen | z.B. Vogelkirsche, Eichen, Silberahorn |
| Sträucher mit gehäuften Knospen | z.B. Schlehe, Gemeine Heckenkirsche, Forsythie |
| Bäume mit ± grünen Knospen | z.B. Bergahorn, Speierling, Eschenahorn, Winterlinde |
| Sträucher mit ± grünen Knospen | z.B. Pimpernuß, Hasel, Blasenstrauch, Flieder |
| Sträucher mit bewehrten Zweigen | z.B. Berberitze, Weißdorn, Schlehe, Kreuzdorn, Rose, Sanddorn, Ölweide, Erbsenstrauch |
| Bäume mit bewehrten Zweigen | z.B. Robinie, Birne, Apfel, Mispel |
| Gehölze mit sehr dunklen Knospen | z.B. Kreuzdorn, Eberesche, Bergulme, Grünerle, Gemeine Esche |
| Gehölze mit sehr spitzen, schlanken Knospen | z.B. Breitblättriger Spindelstrauch, Zitterpappel, Flatterulme, Rotbuche |
| Gehölze mit auffallenden Rinden- oder Zweigmerkmalen (ohne Dornen / Stacheln) | z.B. Pfaffenhütchen, Feldulme, Erbsenstrauch, Berberitze, Faulbaum, warziger Spindelstrauch, roter Hartriegel |
| Früchte, die bis in den Winter erhalten bleiben | Robinie, Blasenstrauch, Gemeiner Schneeball, Liguster,
Gemeine Waldrebe |
| Die Gattungs- und Artbestimmung von Gehölzen im Winterzustand
erfolgt normalerweise mit Hilfe eines Bestimmungsschlüssels.
Klassische dichotome Schlüssel ermöglichen meist auch das Bestimmen von "untypischem" Material. "Typisch" ausgebildetes Material (z.B. von der dem Licht zugewandten Seite eines "normal" wachsenden Gehölzes) läßt sich oft schneller mit Hilfe von tabellarischen Bestimmungsschlüsseln bestimmen. Wir bieten beide Möglichkeiten an. Wählen Sie: Dichotomer Schlüssel oder Tabellen |