Abies alba - Weißtanne 
 
Für die Untersuchung wurden hauptsächlich Pflanzen aus dem 
"Süddeutschen Weißtannen-Provenienzversuch" verwendet, 
dazu Herkünfte aus Österreich, Mittelitalien und Calabrien. 
Insgesamt wurden die Terpenmuster von mehr als 1500 Pflanzen aus 63 Herkünften untersucht. 
 
Herkunftsgruppe 1 
Herkünfte aus dem Bayerischen Wald, 
dem östlichen Alpenvorland, 
Österreich und Norditalien. 
 
 
 
 

Bei dieser Herkunftsgruppe 
sind die Chemotypen 1, 2 und 3 
besonders zahlreich vertreten.

Herkunftsgruppe 2 
Herkünfte aus dem Schwarzwald, 
dem westlichen Alpenvorland, 
Frankreich und Norditalien. 
 
 
 
 

Im Vergleich zur Herkunftsgruppe 1 
ist bei den Provenienzen der 
Herkunftsgruppe 2 der Anteil 
der Chemotypen 3 und 5 
hoch, der Anteil der Chemotypen 
2 und 6 ist deutlich geringer.

Herkunftsgruppe 3 (rechts) 
Herkünfte aus Südosteuropa 
Herkunftsgruppe 4 (links) 
Herkünfte aus Mittel- und Süditalien. 
 

Beide Herkunftsgruppen 
unterscheiden sich erheblich 
von den beiden anderen. 
Die Anteile der Chemotypen 4, 7 
und 9 - 13 sind vergleichsweise 
hoch, die Chemotypen 1, 2, 3 und 5 
fehlen weitgehend. 

Die Herkunftsgruppen 3 und 4 
unterscheiden sich hauptsächlich 
durch unerschiedliche Anteile der 
Chemotypen 4,7,9,10 und 12.

 
Fazit: Auf der Basis der genetisch fixierten Monoterpenmuster der Zweigrinde lassen sich bei der Tanne verschiedene Sippen unterscheiden. 
Interessanterweise waren die Tannen in Italien und Südosteuropa (von wo die Herkunftsgruppen 3 und 4 stammen) kaum oder gar nicht vom Tannensterben betroffen. 
Alles spricht dafür, daß diese Sippen sich genetisch von den Herkunftsgruppen 1 und 2 deutlich unterscheiden. 
Die Differenzierung süddeutscher Tannenherkünfte mit Hilfe der Terpenmuster führt zu praktisch denselben Ergebnissen wie Untersuchungen ihrer Isoenzymmuster.

Literaturauswahl: 
- Lang, K.J., 1994: Abies alba Mill.: Differentiation of Provenances and Provenance Grooups by the Monoterpene Patterns in the Cortex Resin of Twigs. Biochemical Systematics and Ecology 22, 53-63 
- Larsen, J.B., 1986: Das Tannensterben: eine neue Hypothese zur Klärung des Hintergrundes dieser rätselhaften Komplexkrankheit der Weißtanne (Abies alba Mill.). Forstwissenschaftliches Centralblatt 105, 381-396 
- Schroeder, S., 1989: Die Weißtanne in Süddeutschland: Genetische Variation, Kline, Korrelationen. Allgemeine Forst- ud Jagdzeitung 160, 100-104   
- Wolf, H., 1990: Die Variation des Monoterpenmusters verschiedener Herkünfte der Weißtanne (Abies alba Mill.) aus dem gesamten europäischen Verbreitungsgebiet. Schr. Forstl. Fak. Göttingen 98, 118-129

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