Geschichte des Fachgebiets


Die Anfänge:

Der Weg bis zur Entstehung einer Vegetationskunde-Professur an der LMU

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahmen -ausgehend von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)- wissenschaftliche Aktivitäten auf dem Gebiet der Vegetationskunde ihren Anfang. Prof. K. Freiherr von Tubeuf, seinerzeit der Inhaber des Lehrstuhls für Forstbotanik an der LMU, legte einen Schwerpunkt seiner Arbeit auf den Naturschutz. Er engagierte sich sehr für den Erhalt der Ökosysteme und der Landschaft im Gebiet um Berchtesgaden, Ausgangspunkt einer Entwicklung, an deren Ende der heutige Nationalpark Berchtesgaden steht.

Regelmäßige universitäre Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Vegetationskunde begannen Anfang der 1950er Jahre mit den Aktivitäten des jungen Dr. Hannes Mayer am Lehrstuhl für Waldbau der LMU; ab 1964 war Hannes Mayer ordentlicher Professor für Waldbau an der Hochschule für Bodenkultur in Wien. Zeitlebens fußten seine waldbaulichen Konzepte auf einer tiefgehenden Analyse der Vegetation. Man kann sagen: Vegetationskunde war für ihn zentrales Fundament des Waldbaus.

Ein weiterer wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Waldbau, Dr. J. Attenberger, arbeitete ebenfalls richtungweisend auf dem Gebiet der Vegetationskunde. Der bekannte Prof. K. Hueck war in der 1. Hälfte der 1960er Jahre Gastprofessor an der Staatwissenschaftlichen Fakultät (Vorgängerin der Forstwissenschaftlichen Fakultät); er befasste sich insbesondere mit den Wäldern Südamerikas. Auch Prof. K. Rubner arbeitete und forschte auf dem Gebiet der Vegetationskunde in den 1950er und frühen 1960er Jahren in München. Er hatte aber keine engen Verbindungen zu Forstwissenschaft.

Schaffung einer Professur für Vegetationskunde in München

Auf Initiative von Prof. J.N. Koestler, seinerzeit Professor für Waldbau an der LMU, wurde 1969 eine unabhängige Lehr- und Forschungseinheit (Professur) für Vegetationskunde geschaffen. Die Professur wurde später dem Lehrstuhl für Bodenkunde angegliedert, eine Verbindung, die sich als sehr fruchtbar erwies.

Das Lehrgebiet Vegetationskunde leitete von 1969 bis 1987 Prof. Dr. Paul Seibert, ein Vertreter des klassischen pflanzensoziologischen Ansatzes. Er setzte einen Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit in den 1970er Jahren in Südamerika (vorrangig Vegetationskartierung).

Am 1. November 1987 wurde Prof. Dr. Anton Fischer Nachfolger von Prof. Seibert. Im Zuge seiner Ernennung wurde die Professur in „Geobotanik“ umbenannt, Ausdruck einer inhaltlichen Neuausrichtung: Zusätzlich zur klassischen Pflanzensoziologie wurde die Analyse der Mechanismen, mit welchem Pflanzenarten zu Pflanzengesellschaften zusammen treten, ein Hauptforschungsgebiet der Professur: die populationsbiologische Analyse als Werkzeug zur Analyse des Entstehens und zur Änderung von Pflanzenbeständen steht seither im Fokus.

Umzug und Reorganisation:

Neue Gebäude und neue Identität in Freising-Weihenstephan

1992 zog die Forstwissenschaftliche Fakultät der LMU München aus ihren historischen Gebäuden im Zentrum der Landeshauptstadt München in einen Neubaukomplex in Freising-Weihenstephan um.

Am 1. Oktober 1999 übernahm die Technische Universität München die Fakultät. Am 1. Oktober 2000 wurden alle in Freising ansässigen TUM-Fakultäten zusammengefasst zum „Wissenschaftszentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt“. Unter dem Namen „Fachgebiet Geobotanik“ gehört die Professur seitdem bezüglich der Forschung zum „Department für Ökologie“, bezüglich der Lehre zur „Studienfakultät Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement“.

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